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Wir wollen doch nur ihr Bestes. Ihr Geld! Betrügereien haben Hochkonjunktur

Veröffentlicht von am 24. Oktober 2021

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Eine Präventionskampagne der Polizeiinspektionen

Damit ihr nicht auf die Maschen der Betrüger reinfallt, haben wir hier die gängigsten Betrugsversuche aufgeführt.

Romance-Scamming: Der Betrug mit der Liebe im Internet

Das Geschäft mit der angeblichen Liebe oder dem Heiratsschwindler / der Heiratsschwindlerin im Internet. Überweisungen im fünfstelligen Euro-Bereich sind keine Seltenheit. Oft leihen sich die Opfer Geld bei Angehörigen und Freunden. Der finanzielle Schaden ist in vielen Fällen immens, hinzu kommt das Schamgefühl der Opfer. Durch eine emotionale Abhängigkeit werden die Opfer dazu gebracht, Geld zu überweisen, ihr Umfeld bekommt teilweise gar nichts davon mit. Versuche von Angehörigen, Freunden oder Bekannten, dem Opfer die Augen zu öffnen und die „neue Liebe“ in Frage zu stellen, stoßen oftmals auf Widerstand. Es gestaltet sich sehr schwierig, das Gegenüber vom Gegenteil zu überzeugen. Das Opfer ist bereits emotional gefangen.

Ob über soziale Netzwerke oder Dating-Plattformen, die Partnersuche findet für viele Menschen inzwischen im Internet statt. Doch leider tummeln sich dort auch Betrüger, die es auf das Geld der anderen abgesehen haben. Gefälschte Lebensläufe, gestohlene Bilder, falsche Namen und erfundene Familientragödien sind oft erst der Anfang verhängnisvoller virtueller Affären.

   - Wie funktioniert das Vorgaukeln der Liebe im Netz, um an Geld zu
     kommen?

Eine neue Liebe, kennengelernt im Internet, die einem innerhalb kürzester Zeit die Welt zu Füßen legt. Es dauert nicht lange und es werden bereits die ersten Zukunftspläne geschmiedet. Das erste Treffen, auf das sich das „Herz“ so freut. Das Schicksal meint es allerdings nicht gut mit dem neuen „Angebeteten“. Völlig unverschuldet gerät er oder sie in eine Notsituation. Mal ist die Kreditkarte gestohlen worden, ein Verwandter schwer erkrankt, Schulden müssen zurückgezahlt werden, er oder sie wurde unschuldig verhaftet, auf dem Weg zum Flughafen bestohlen, es gab einen schweren Unfall, er oder sie benötigt Geld für eine notwendige Operation etc. Die erfundenen schicksalhaften Geschichten sind grenzenlos.

Die Taktik ist bei allen Legenden identisch: Der Täter gibt vor, unverschuldet in eine Notsituation geraten zu sein, in der er Geld benötigt. Manchmal tritt in dieser Phase auch ein Komplize auf, der die Geschichte des Täters bestätigt. Zahlt das Opfer, ist der Täter allerdings nur kurze Zeit zufrieden. Mit einer anderen Ausrede wird neues Geld gefordert. Zögert das Opfer oder kommt ins Grübeln, werden emotionale Vorwürfe erhoben und der Täter beschuldigt das Opfer, ihn nicht zu lieben. Gleiches gilt für Täterin und Opfer. Ist das eigene Barvermögen weg, leihen sich die Opfer das Geld im persönlichen Umfeld oder nehmen Kredite auf. Erst wenn das Opfer zahlungsunfähig ist, meldet sich der/die Betrüger/in nicht mehr, die sozialen Profile und Konten werden gelöscht. Zurück bleibt ein emotional verzweifeltes und finanziell ruiniertes Opfer.

Nicht immer geht es beim sogenannten Romance Scamming („scamming“ = „betrügen“) ausschließlich ums Geld. Manche Betrüger versuchen ihre Opfer auch anderweitig auszunutzen. Es wird beispielsweise um eine Kopie der Ausweisdokumente gebeten. Die Daten werden dann für betrügerische Zwecke verwendet. Eine andere Variante betrifft einen angeblichen Freund, der in Europa lebt und Hilfe braucht. Das Opfer soll dann beispielsweise für ihn Pakete entgegennehmen oder aufbewahren. Dadurch wird er/sie unfreiwillig zum Komplizen. In einigen Fällen werden die Opfer gebeten, ihr Konto für eine Auslandsüberweisung zur Verfügung zu stellen. Auch hierbei nutzt der Täter wieder eine Legende, weshalb die Auslandsüberweisung nicht selber getätigt werden kann. Den Wunsch nach einer Einladung nach Deutschland erbetteln Scam-Frauen sowie auch Scam-Männer.

   - Wie erkenne ich einen Romance- oder Love-Scammer?

Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Scammer an Mailadressen. Die Betrüger arbeiten oft mit deutschen Mailadressen. Es kommt allerdings auch zu Ansprachen im privaten Bereich, zum Beispiel beim Einkaufen oder in einem Café.

Scammerinnen antworten zum Teil auch auf Annoncen und geben beispielsweise vor, bei älteren Menschen einziehen zu wollen, um diese zu pflegen. Der Einzug in die Wohnräume kann sich allerdings hinziehen. Bis es dazu kommt, werden vorab durch unterschiedliche Legenden Geldforderungen gestellt.

Die Rückzahlung des Geldes wird oftmals in Aussicht gestellt. Für den Geldtransfer nutzen die Betrüger durchaus unterschiedliche Überweisungsplattenformen, beispielsweise „Western Union“ oder „MoneyGram“.

Romance Scammer verfügen weltweit über Bankkonten, um den Geldtransfer weniger verdächtig zu machen.

Die Betrüger kommunizieren oft in gutem Englisch. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.

Scam-Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind, während Scam-Männer häufig Fotos von uniformierten Männern nutzen.

Ob Geschäftsreise oder familiäre Probleme, es gibt vielfältige Gründe für eine Verbindung nach Nigeria, Ghana usw. Scam-Frauen hingegen leben oft in osteuropäischen/ südostasiatischen / südamerikanischen Ländern.

Die mit Abstand am meisten verbreiteten Formen des Romance Scamming wird von organisierten Banden mit Standorten Nigeria und Ghana betrieben. Dahinter steckt oftmals die sogenannte Nigeria Connection.

   - Was kann ich tun, wenn ich gescammt wurde?
   1. Person blockieren
   2. Anfragen ignorieren
   3. Beweise sichern
   4. Hilfe holen / Polizei einschalten
   - Unser Tipp:

Geben Sie den Namen Ihrer Internetbekanntschaft mit dem Zusatz „Scammer“ zum Beispiel bei Google ein. Die Suchmaschine kann in vielen Fällen einen Verdacht bestätigen. Falls Sie ein Bild mitgeschickt bekommen haben, können Sie mithilfe der umgekehrten Bildersuche zusätzliche Informationen zu dem Bild erhalten.

Es ist außerdem sinnvoll, für Online-Kontaktbörsen oder den digitalen Schriftverkehr mit einem Unbekannten eine alternative E-Mail-Adresse benutzen. So können Sie verhindern, dass Sie im Fall eines Betruges Ihren Hauptmailaccount und verknüpfte Konten löschen müssen.

Alter Trick in neuem Gewand – Die WhatsApp Falle für Eltern.

In den letzten Wochen wurde eine neue Betrugsvariante immer häufiger bekannt, die man zuvor nur als Enkeltrick am Telefon kannte. In diesen neuen Fällen sind die Eltern von erwachsenen Kindern betroffen. Die Betrüger schreiben die Eltern per WhatsApp an und geben sich als Tochter oder Sohn aus und beklagen, dass das alte Mobiltelefon kaputt sei und man nun eine neue Telefonnummer habe. Die betroffenen Eltern werden von den Tätern aufgefordert, die neue Nummer am besten umgehend zu speichern und die originale Nummer zu löschen. Im weiteren Verlauf beklagen dann die sich als Kinder ausgebenden Betrüger, dass man sich zurzeit in finanziellen Nöten befände und ob die Eltern nicht ein oder zwei Rechnungen begleichen könnten. Meistens erfahren Betroffene erst nach der erfolgten Überweisung, dass sie einem Betrug aufgesessen sind. Die Polizei empfiehlt beim Empfang solcher Nachrichten, die absendende Nummer erst einmal zu Testzwecken anzurufen. In der Regel geht dort niemand ans Telefon. Dann ist es ebenfalls empfehlenswert, das eigene Kind unter der bekannten Telefonnummer zu kontaktieren. Von Überweisungen auf Anfrage rät die Polizei dringend ab. Personen, die aufgrund dieser Betrugsart einen finanziellen Schaden erlitten haben, wird empfohlen eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten und zu versuchen, die geleisteten Zahlungen zurückzufordern.

Betrug am Telefon durch angebliche Bankmitarbeiter.

Ihre Hausbank ruft an, hat unrechtmäßige Abbuchungen festgestellt und braucht kurz Ihre Hilfe? Was zunächst wie ein glücklicher Zufall erscheint, schlägt innerhalb von wenigen Sekunden um und zwar in einen Betrugsversuch. In den letzten Wochen verzeichnete die Polizei ein verstärktes Aufkommen von Betrugsanrufen, bei welchen sich Betrüger*innen als Mitarbeitende einer Bank tarnen. Oft ähneln die Telefonnummern denen der Banken. Diese Veränderungen der Telefonnummern wird durch einen elektronischen Prozess herbeigeführt, welcher sich Call-ID Spoofing nennt. Die Betrüger*innen fordern am Telefon den Abgleich von den persönlichen Kontodaten. Üblich wird auch nach der persönlichen PIN (Geheimzahl zum Geldabheben) für die EC-Karte oder der TAN (Transaktionsnummer zur Erteilung eines Bankauftrages) gefragt.

Diese persönlichen Daten werden dann missbräuchlich genutzt, um zum Beispiel Geldtransaktionen durchzuführen. Die Polizei warnt davor, diese sensiblen Kontodaten einfach am Telefon preiszugeben. Solche Anrufe und Abfragen werden von den Banken und Sparkassen nicht durchgeführt. Betroffene, die von einem angeblichen Bankmitarbeitendem nach sensiblen Kontodaten am Telefon gefragt werdet, sollten von einem Betrugsversuch ausgehen und das Telefonat beenden.

Bürger, die durch eine solche Tat geschädigt worden sind, sollten unbedingt Anzeige erstatten. Dies geht schnell und einfach online: https://www.onlinewache.polizei.niedersachsen.de/ Zudem wird empfohlen zusammen mit der zuständigen Hausbank Sicherheitsmaßnahmen für das eigene Konto zu veranlassen.

Schutz vor Schaden-SMS

Im Zeitalter der verschiedensten Messenger-Plattformen hatte die klassische SMS eigentlich ausgedient. Doch nun erfährt sie ein Revival als Möglichkeit für Hacker*innen und Betrüger*innen. Ob vermeintliche Paketbenachrichtigung, Banknachricht oder eine andere Mitteilung, die vorgibt wichtige Informationen zu enthalten – immer soll ein Link angeklickt werden. Hinter dem Link verbergen sich Gefahren, wie z.B. eine manipulierte Website oder der Download einer Schadenssoftware. Das kann auch teuer werden, vor allem, wenn im Mobilfunkvertrag keine Drittanbietersperre enthalten ist. Die Polizei rät, den in den SMS-Nachrichten enthaltenen Link auf keinen Fall anzuklicken. Das gilt für alle verfügbaren Betriebssysteme. Wenn Sie versehentlich auf den Link geklickt und die Schadensoftware aktiviert haben, ist es wichtig, umgehend zu reagieren. Hier Tipps zur Ersten Hilfe für Betriebssysteme: Telefon in den Flugmodus schalten, wichtige Daten per Hand sichern und versuchen die Schadensoftware zu deinstallieren. Im absoluten Notfall muss das Telefon auf Werkseinstellung zurückgesetzt werden.

Falsche Polizeibeamte am Telefon

Bei der Anrufvariante „Falscher Polizeibeamter“ gibt sich eine Person als Beamter der örtlich zuständigen Polizei aus und behauptet, dass der Angerufene in der Gefahr schwebt, Opfer eines Überfalles oder eines Einbruches zu werden. Aus diesem Grund werden die Geschädigten von den Tätern aufgefordert, alle Wertsachen zwecks Sicherstellung zusammenzutragen und einem angeblich verdeckt agierenden Ermittler mitzugeben. Diese Anrufe entbehren jeglicher Realität, da die Polizei niemals auch nur annähernd solche Anrufe tätigt. Es wird auch hier empfohlen, keine Angaben zu persönlichen Verhältnissen und zu Wertsachen zu machen. Das Telefonat sollte umgehend beendet werden.

Nicht von Schockanrufern verunsichern lassen

Der Schockanruf zielt darauf ab, Menschen derart zu erschrecken, dass diese zu Zugeständnissen bereit sind um ein nahestehendes Familienmitglied zu schützen. Auch kommt es vermehrt zu Schockanrufen, in denen suggeriert wird, dass ein nahestehendes Familienmitglied einen schweren Unfall hatte.
Bei diesem Anrufen meldet sich eine zumeist weibliche Stimme, die herzergreifend weint und behauptet, die Tochter der Opfer zu sein. Diese Variante gibt es aber auch mit der Sohn-Komponente. Die Täter gaukeln bei diesen Schockanrufen das Szenario eines schweren/tödlichen Verkehrsunfalles vor, bei die angebliche Tochter oder der angebliche Sohn die Verantwortung tragen würde. Zudem wird behauptet, dass nur die Zahlung einer umgehenden Kaution an die Staatsanwaltschaft oder die Polizei eine Haftstrafe des angeblichen Angehörigen verhindern kann. In diesen Fällen ist es besonders wichtig ruhig zu bleiben.

Die Polizei empfiehlt zur Überwindung des Schrecks eine komplett rationale Frage an den Anrufer. Am besten ist es nach dem Aufenthaltsort der Person, bzw. nach der genauen Polizeidienststelle zu fragen und anzukündigen, sich umgehend mit dieser Dienststelle zwecks Klärung in Verbindung zu setzen. Die Täter werden versuchen, das zu verhindern.

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In allen dieser Anrufvarianten zielen die Täter darauf ab, Menschen zu täuschen oder zu erschrecken, um sie zu einer Geldzahlung zu bewegen, die entweder persönlich an eine beschriebene Kontaktperson übergeben werden soll oder durch einen angeblichen verdeckten Beamten abgeholt wird. Die Polizei weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass Betroffene, die derartige Anrufe erhalten, am Telefon keine persönlichen Informationen herausgeben sollen. Machen Sie in allen Fällen keine Angaben zu persönlichen Lebensverhältnissen oder zu Wertsachen. Geben Sie niemals Wertsachen an fremde Personen heraus.

Betroffene werden gebeten, in dringenden/ akuten Fällen ihre zuständige Polizeidienststelle zu kontaktieren. Gerne können auch aktuelle Vorkommnisse oder Anrufe per Mail an pressestelle@pi-ler.polizei.niedersachsen.de mitgeteilt oder über die Onlinewache der Polizei Niedersachsen auf: https://www.onlinewache.polizei.niedersachsen.de angezeigt werden.

Mehr Informationen zu Trickbetrügern und der Präventionsarbeit der Polizei gibt es hier:
>> Ratgeber Internetkriminalität der Polizei <<


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