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Molli dampft auf Borkum

Veröffentlicht von am 14. September 2019

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Höhepunkt Parallelfahrt zweier Dampfzüge

So etwas hat es auf Borkum seit mehr als 50 Jahren nicht mehr gegeben, denn heute am Samstag, den 14. September 2019 gab es Gelegenheit mit der Lok 99331 der Mecklenburgischen Bäderbahn „Molli“ unter Dampf durch Kohlebefeuerung Fahrten wir zu Omas Zeiten zu unternehmen. Die Borkumer Kleinbahn und Dampfschiffahrt GmbH ist stolz auf ihre Dampflok „Borkum“, aber die wird heute mit Leichtöl befeuert.

Brons, Mißlitz und Robbers freuen sich über den Besuch

Kleinbahn-Geschäftsführer Dr. Bernhard Brons betont, dass bis 1968 mit Kohlebetriebenen Dampf gefahren wurde. „Wir haben hier eine echte historische Bahn, mit entweder Original für Borkum angeschafften Fahrzeugen oder mindestens seit 60 Jahren hier im Betrieb. Eben nichts zusammen Gesuchtes.“ Die zuvor in Dienst befindlichen Lokomotiven wurden nicht mehr gebraucht, da eine Umstellung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße stattfand. „Früher wurde mit den Dampflokomotiven noch die Kohle bis vor die Hotels gefahren“, verrät Brons.

Heute kann man wieder in alten Zeiten schwelgen und dies nicht nur optisch wahrnehmen, sondern auch durch die Nase, denn die Kohlebefeuerung hat einen eigenen Geruch. „Wir freuen uns sehr, dass unser Molli als Botschafter der Region Rostock auf der Insel Borkum so außerordentlich großes Interesse weckt. Wir schaffen damit Aufmerksamkeit für zwei traditionsreiche Unternehmen, die ganz zeitgemäßen Schienenverkehr in besonders beliebten Urlaubsregionen anbieten. Borkum und der Landkreis Rostock werden davon profitieren. Die hervorragende Zusammenarbeit mit der beiden Bahnunternehmen zeigt: Was wir Norddeutschen uns vornehmen, das ziehen wir auch durch“, sagt Sebastian Constien, Landrat des Landkreises Rostock, des größten Gesellschafters der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli GmbH.

Bis es aber soweit war, gab es einiges zu tun, denn der Molli fährt zwar auf der gleichen 900 mm Spurbreite, verfügt aber über ein anderes Puffersystem. „Die Borkumer Kleinbahn hat extra einen Wagen auf unser Puffersystem umgebaut, so dass wir diesen als Puffer zu deren Fahrzeugen nutzen können“, erklärt Michael Mißlitz, Geschäftsführer und Eisenbahnbetriebsleiter des Molli. „Unsere Lokführer bestätigen die spezielle Anforderung der Kleinbahn“, sagt er weiter. Wer eine Fahrt unternimmt, muss sich bei einem Halt gut festhalten, denn da geht schon mal ein Ruck durch den Zug – aber das ist normal! Die Molli hat eigens vier Lokführer mitgebracht, die sich am Donnerstag und Freitag nur mit der technischen Abnahme beschäftigten und am Freitag auf Probefahrt gingen. „Unsere Leute sind mit Herzblut dabei; die müssen schaufeln, rangieren, aufpassen und fahren – es macht denen einfach Spaß“, sagt Mißlitz. Theodor Robbers, Geschäftsführer und Eisenbahnbetriebsleiter der Borkumer Kleinbahn meint dazu: „Die Molli hat uns Personell verstärkt“, aber Mißlitz will davon nichts wissen: „die nehmen wir auch wieder mit“, kontert er.

Am Umgang merkt man schon, dass dies nicht nur für die Gäste gemacht wird, sondern auch für die Mitarbeiter, denn die verschiedenen Fahrzeuge und der Austausch erhöhen die Attraktivität des Unternehmens. „Wir haben eine Erlebnis-Eisenbahn“, sagt Robbers, darum bräuchte sich die Kleinbahn auch keine Sorgen über Personal machen.

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Bei der Borkumer Kleinbahn verfügen alle Mitarbeiter über eine handwerkliche Ausbildung. Da gibt es Schlosser, Maler, Tischler, und natürlich Kaufleute. Im täglichen Betrieb haben die Mitarbeiter dann mehrere Berufe, denn der Zugleiter kann auch der Streckenkolonne angehören oder der Schaffner auch Wattführer sein. Im Winter geht es dann in der Werkstatt um die Instandhaltung. Und auch beim Molli ist das so: „Morgen‘s Heizer und nachmittags in der Gastronomie“, sagt Mißlitz.

Nach rund zweieinhalb Jahren Vorbereitungszeit ist der Molli nun bis zum 22. September auf Borkum zu Gast. Gemeinsam mit der Kleinbahn bietet er sowohl Regelzugfahrten als auch Sonderfahrten an. Auf die Frage warum, der Molli nur so kurz bleibe, sagte Mißlitz: „Auch wir haben Hochsaison und alle Mitarbeiter werden gebraucht.“ Eine Wiederholung soll es auf jeden Fall geben, sozusagen den Gegenbesuch, aber die Details stehen noch aus.

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Deine Meinung
  1. Marianne   am   23. September 2019 at 13:10

    Schlimm. So fällt die Borkumer Kleinbahn der Greta in den Rücken. Statt auf das Hochseeklima stolz zu sein versucht man es so mit allen Mitteln zu zerstören. Borkum, schöne Insel man versucht dein Idyll zu zerstören. Borkumer lasst euch solche Aktionen nicht gefallen. Auf die Straße für Greta und Bündnis 90/Die Grünen. Nur so wird man in Zukunft solche Aktionen verhindern können. Mit Grün gäbe es so etwas nicht bzw. die Initiatoren solcher Aktionen würden zur Rechenschaft gezogen. Rettet Borkum!

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