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Ohren auf - Musik rein

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Klartext aus der Musikredaktion

Written by on 30. März 2020

Hand auf’s Herz, wer hat es auch schon angeklickt? Derzeit wird in den sozialen Medien unter anderem das Musikvideo Rinascero, Rinascerai von Roby Facchinetti geteilt. Geht quasi viral, genau wie Corona.

Ein wirklich wundervoller Song wird hier Mittel zum Zweck: auch wenn’s noch so schön klingt, es handelt sich wieder einmal um einen Kettenbrief. Mit irreführendem Inhalt. Denn die Behauptung, YouTube würde mit jedem Klick auf das Video dem Krankenhaus in Bergamo eine Spende zukommen lassen, weil die Band die Urheberrechte an das Krankenhaus überschrieben hat, ist nicht korrekt.

Urheberrechte können nicht an das Krankenhaus übertragen werden. Bestenfalls können Verwertungsrechte übertragen werden.

Videos die für bestimmte Zwecke Geld erbringen sollen, werden pro 1000 Klicks vergütet. Nicht pro Klick…! Und je nach dem, was individuell vereinbart wurde, kommen dabei dann Beträge zwischen 24 Cent und 4 Euro zusammen.

Die zweite inhaltliche Falschmeldung dieser Nachricht: „Im Krankenhaus von Bergamo sind alleine gestern 800 Menschen gestorben.“ In Italien sind tatsächlich innerhalb von 24 Stunden 889 Personen am neuen Virus COVID-19 verstorben. Diese Angabe bezieht sich auf GANZ Italien. Nicht nur auf das Krankenhaus in Bergamo!

Und zu guter Letzt hat sich auch Roby Facchinetti, der Interpret des Songs bereits zu Wort gemeldet und stellt klar: Er und die Band distanzieren sich in aller Deutlichkeit von den Falschmeldungen. Der Musiker spendet tatsächlich an das Krankenhaus in Bergamo: und zwar ALLE Einnahmen aus dem Verkauf und der Verwertung dieses Liedes. Wenn also jemand einen Beitrag leisten will, zu helfen, dann KAUFT diesen Song oder spendet direkt an das Krankenhaus in Bergamo.

So einfach ist es eben nicht, ein Musikvideo anklicken und Ihr habt damit ein gutes Werk getan. Bitte überzeugt Euch, wo Ihr Euch wirklich einbringen könnt, mit welchen Gesten und Mitteln Ihr tatsächlich helfen könnt. Und teilt keine Kettenbriefe!

Quellen und Infos zur Recherche: GEMA, Mimikama


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