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Heidewitzka, Frau Kapitän!

Written by on 8. Juli 2019

Ich war gerade am Strand spazieren. Mal eben kurz die Beine vertreten und etwas frische Luft schnappen. Und während ich meinen Blick über Sand, Dünen und Meer wandern lasse, fällt mir, wie so oft, ein großes Frachtschiff auf, das gemächlich vorbeifährt. Ich schaue ihm hinterher und bin mit meinen Gedanken schon fast wieder ganz woanders, da taucht, noch etwas entfernt aber bereits gut sichtbar, ein weiteres enorm großes Schiff am Horizont auf. Und was fällt mir als erstes ein? Ich bitte im Vorfeld schon einmal um Entschuldigung, da es sich leider nicht um einen hochwissenschaftlichen Gedanken handelt… tja… das kölsche Karnevalslied „Heidewitzka, Herr Kapitän“. Warum weiß ich nicht, aber im selben Moment habe ich mich gefragt, wie viele Frauen denn wohl eigentlich den Posten eines Kapitäns besetzen. Wie viele Kommandobrücken befinden sich fest in weiblicher Hand? Und die Antwort darauf fiel etwas ernüchternd, nicht aber überraschend aus:

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat in einer Statistik veröffentlicht, daß im Jahr 2015 über die Knappschaft-Bahn-See 1029 Kapitäne versichert waren. Davon waren gerade einmal 9 Frauen. Nur 0,9 %! Weltweit sieht es nicht anders aus. Die Anzahl weiblicher Seeleute liegt bei 1%.

Das begründet sich vermutlich vor allem mit einer sehr langen Laufbahn, die zu absolvieren ist, bevor das Kapitänspatent erworben wird. Zuerst das Nautikstudium, per praktischer Arbeit an Bord als nautischer Offizier arbeitet man (Frau) sich dann langsam hoch. Als 4. oder 3. Offizier, dann als 2. oder 1., hin zum Staff Kapitän. Da gehen mal locker 8 Jahre ins Land bzw. zur See, ausgefüllt mit Bereitschaft, Wach- und Schichtdienst sowie monatelanger Abwesenheit von zu Hause. Und dann muß am Ende auch etwas Glück mitspielen, denn zum Kapitän muß man ernannt werden!

Ich denke, daß trotz allem die Zahl weiblicher Kapitäne in den nächsten Jahren zunehmen wird. Im Kreuzfahrtbereich kann man das jetzt schon beobachten. Die Zeiten, in denen Frauen als gefährlich für die Seefahrt galten, weil sie entweder Odysseus im fernen Griechenland per Gesang in den Wahnsinn trieben oder auf einem Felsen im Rhein die Herren der Steuerräder ablenkten, sind lange vorbei!! Mehr Frauen auf die Kommandobrücke, den Kapitänen überlasst einfach mal das Tablett mit den Fischstäbchen! Ahoi!!


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