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Happy Birthday, Kleiner….

Veröffentlicht von am 16. Mai 2021

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130 Jahre alt und er erstrahlt immer noch in einem fotogenen Glanz für diese und kommende Generationen. Der kleine Borkumer Leuchtturm.

Eines der mitunter meist fotografierten Wahrzeichen auf der Insel Borkum ist der Kleine Leuchtturm. Auf einer 10 Meter hohen Düne wurde der Leuchtturm mit einer Länge von 32 Metern erbaut. Und nun steht er da, Wind und Wetter trotzend seit 130 Jahren als einer von 5 Leuchttürmen des niederländisch deutschen Projektes „Beleuchtung der Unterems“

Beleuchtung der Unterems

Das Projekt „Beleuchtung der Unterems“ war eine deutsch-niederländische Zusammenarbeit im Jahr 1883, mit dem Ziel, den Schifffahrtsweg zwischen der Nordsee und Emden sicher zu machen. Besonders zu Nachtzeiten war das Einlaufen für die Seeschiffe nicht möglich. Dazu wurden insgesamt 5 Leuchtfeuer geplant und errichtet. Die Lage der der einzelnen Türme und deren Leuchtfeuer markierte den Schiffen die Lage der Fahrwasser. Der Kleine Leuchtturm auf Borkum, auch als elektrischer Leuchtturm bekannt, zeigte mit seinem Leitfeuer die Lage der Fahrwasser von Hubertgat und Westerems (Westgat).

Die anderen Türme, die anlässlich dieses Projektes errichtet worden sind, waren:
Leuchtturm Campen, auch der ostfriesische Eiffelturm genannt
Pilsumer Leuchtturm, Leuchtturmbetrieb im Oktober 1919 eingestellt
Leuchtturm Watum, niederländisch, im Zweiten Weltkrieg zerstört
Leuchtturm Delfzijl, niederländisch, im Zweiten Weltkrieg zerstört

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Von 1887 – 1889 wurde der Kleine Leuchtturm gebaut, somit 10 Jahre später fertiggestellt als der neue Leuchtturm von Borkum, der innerhalb der Rekordzeit von 5 Monaten gebaut wurde und seit dem 15. November 1879 seinen Dienst verrichtet. Die technischen Innovationen des 19. Jahrhunderts flossen auch in den Bau dieses Bauwerks ein. Als ein Prototyp der Fertigbauweise wurde der Kleine Leuchtturm aus einzelnen, 27 Millimeter starken Segmenten aus Gusseisen zusammengesetzt. Eine weitere technische Neuerung für die damalige Zeit war, das dieser Leuchtturm der erste für den elektrischen Betrieb gebaute Leuchtturm in Deutschland war. Dazu muss man wissen, das die Glühbirne auch erst 1879 von Thomas Edison erfunden wurde. Am 21. Oktober 1879 konnte Thomas Edison die erste Kohlefaden-Lampe herstellen, die mehrere Tage brannte.
Allerdings gibt es auch die Legende um Heinrich Göbel, ein aus Hannover stammender Uhrmacher, der in die Vereinigten Staaten ausgewandert ist. So ist überliefert, das er bereits 1854 eine Lampe konstruiert und das Patent leider nicht angemeldet hatte.

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Löppt

Die erste Testphase, der Probebetrieb für den elektrischen Leuchtturm auf Borkum war am 15. Mai 1891.
Für den Bau des Turms wurden Baugleise bis zur Baustelle verlegt, die auch nach der Fertigstellung einen Nutzen hatten. In den ersten Jahren wurde der benötigte Strom mit Dampfmaschinen, die in einem extra dafür gebauten Maschinenhaus standen, erzeugt. Der dafür erforderliche Bedarf an Kohle konnte somit leichter auf dem Schienenweg transportiert werden. Und das war täglich eine beachtliche Menge von ca. 5 Zentnern. Einige Jahre später wurden dann Dieselgeneratoren zur Stromerzeugung genutzt.

Der Probebetrieb wurde für alle beteiligten Leuchttürme am 30.09.1891 für beendet erklärt und am 1. Oktober 1891 war es dann soweit. Alle fünf Leuchttürme wurden gemeinsam in den Dienst gestellt.

Der Kleine kann was

Weitere Aufgaben neben seiner Hauptaufgabe als Leitfeuer für die Seefahrt waren unter anderem die Weiterleitung von Mitteilungen durch Flaggensignale. Im April 1894 wurde auf Borkum eine See-Telegraphenanstalt errichtet. Ankommende Schiffe konnten nun mittels Flaggensignalen durch das fachkundige Personal des Kleinen Leuchtturms Nachrichten empfangen und senden, die dann per Telegraph weitergeleitet wurden.

Die Technik entwickelte sich schnell weiter, sodass am 15. Mai 1900 die erste amtliche Küstenfunkstelle eingerichtet werden konnte. Diese hatte die Aufgabe, Schiffsmeldungen von ankommenden Schiffen an das Festland zu übertragen. Dazu meldete das damalige Feuerschiff Borkum Riff, das ca. 30 km vor Borkum lag, ankommende Schiffe an den Kleinen Leuchtturm, der die Meldungen dann an das Festland übertrug, damit genauere Daten für die Schiffsankünfte vorlagen.

Ab 1966 bekam der Kleine eine weitere Aufgabe. Er wurde als Radarstation umgebaut. Nach dieser Umrüstung wurde 1 Jahr später ein 55 Meter hoher Stahlfachwerkmast errichtet. Damit wurde die Übermittlung der Radardaten an die Verkehrszentrale des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Emden gewährleistet. Im Jahr 1988 wurde dieser Sendemast nochmals um 12 Meter erhöht. Nun beträgt seine Höhe 67 Meter. Damit ist er noch etwas höher als der Neue Leuchtturm, der eine Feuerhöhe von 63 Metern hat.

Happy Birthday, Kleiner großer Leuchtturm.

Textquellen:
www.wikipedia.org
www.pilsumer-leuchtturm.de
www.schoenbeck-borkum.de ( perfekt für Recherche zur Borkumer Geschichte)

Einen sehr guten Bericht gibt es auch in der Borkumer Zeitung vom 14/15 Mai 2021 zu lesen.