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Fahrgastrückgang und Einnahmeausfälle

Geschrieben von am 4. Januar 2021

Sehr geringes Verkehrsaufkommen zum Jahresausklang – Aussichten unklar

Üblicherweise kommen über die Weihnachtstage und zum Jahreswechsel noch einmal viele Gäste und Buten-Börkumer auf die Insel. In diesem Jahr war es anders. Entsprechend den Appellen der regionalen politischen Verwaltung hat eine übliche Gästeanreise nicht stattgefunden.

In der Zeitspanne vom 24.12.2020 bis Sonntag, den 3. Januar 2021 schwankte das Beförderungsaufkommen der AG „EMS“ zwischen 186 und nur 11 Fahrgästen, im Durchschnitt waren bei den 59 angebotenen Reisen von und zur Insel nur rund 67 Personen an Bord. Starksturmbedingt mussten am Sonntag den 27.12. allerdings zwei Umläufe ausfallen, was noch zu einer höheren Fahrgastzahl am Samstag nach Borkum führte. Spitzenverkehrstag mit 525 Fahrgästen bei vier Fahrten je Richtung war Sonntag der 3. Januar. Dabei schwankte die Auslastung zwischen 12, 20 und 24 auf der einen sowie 135 und 172 Fahrgästen auf der anderen Seite. Der Verkehr ist um mehr als 81 % gegenüber dem Vorjahr zurückgefallen, Eemshaven wurde nicht angelaufen und der Katamaran-Verkehr eingestellt.

Zur Entlastung an den üblichen Hauptverkehrstagen waren von der AG „EMS“ trotz der Corona-Bedingungen ganztags jedoch zwei Fähren im Einsatz. Fährdienstleiter Hans-Jörg Oltmanns: „Vom Fahrgastaufkommen her war der ganztägige Einsatz von zwei Fähren im Nachhinein nicht notwendig und ist überflüssig gewesen.“

Der Fahrgastrückgang von Anfang Januar bis Ende Oktober 2020 beträgt gegenüber dem Vorjahr minus 30 %. Dies gilt gleichermaßen für die AG „EMS“ und Borkumer Kleinbahn im durchgängigen Verkehr von und zum Festland. Im November und Dezember gab es weitere Rückgänge von jeweils 31,0 % und 67,4 %, so dass jahresbezogen rund 34 % weniger Gäste gezählt befördert wurden.

Die Einnahmeausfälle betragen für die AG „EMS“-Gruppe (ohne Offshorebereich) im Jahr 2020 voraussichtlich rund 12,5 Mio. Euro. Dies führt zu einem erheblichen Liquiditäts- und Kapitalverzehr. Corona-bedingte Hilfsförderungen sind für die Unternehmensgruppe mit mehr als 249 Mitarbeitern bedingt durch EU-Regelungen auf insgesamt 1 Mio. Euro beschränkt. Das heißt die Hilfen können nur einen ganz kleinen Teil der Verluste im Schiffsverkehr, bei Bahn, Bus und den sonstigen Aktivitäten der Gruppe ausgleichen. Schwerpunktmäßig arbeiten die Gesellschaften deshalb daran, die Kosten zu reduzieren. Dazu gehört leider auch Kurzarbeit für nahezu sämtliche Mitarbeiter*Innen an Bord und an Land.

Busfahrplan wird angepasst

Auch der Ortslinienverkehr mit dem Omnibus ist drastisch eingebrochen und man sieht kaum noch Fahrgäste. Insgesamt wurden im Dezember statt 2321 Einzelfahrscheine in 2019 nur noch 162 in 2020 gezählt. Dementsprechend wird der Fahrplan ab Dienstag, den 5.Januar 2021 auf einen weitgehenden Rufbusverkehr umgestellt. An Schultagen werden die Schulverkehrsfahrten jedoch planmäßig bedient.

Bleiben die Fahrpreise stabil?

Seit Jahresbeginn gelten neue Beförderungstarife. Diese beinhalten unter anderem für die Insulaner Personen- und Fahrzeugbeförderungen Ermäßigungen von rund 9 % gegenüber dem letzten Tarifstand 2020 vor. „Der Fahrpreiskalkulation liegt die Erwartung zugrunde, dass es im ersten Quartal des Jahres eine Entwicklung zur Normalität gibt“, sagt Hans-Jörg Oltmanns. „Größere Fahrgeldausfälle wie derzeit können wir uns im zweiten Corona-Jahr nicht mehr leisten. Sollte es mit dem Corona-Beeinträchtigungen länger als erwartet dauern, dann müssen wir hinsichtlich der Fahrpreise auch wieder nachsteuern. Beim Fahrplan fahren wir ohnehin auf Sicht und stellen das gültige Angebot auf die erwartete Situation angepasst zeitnah buchbar ins Netz“, so Oltmanns. „Wir haben viel Verständnis für die harten Lockdown-Maßnahmen, aber spätestens Ende März muss es zu einer weitgehenden Normalität kommen“, sagt AG „EMS“ Vorstand Dr. Bernhard Brons hinsichtlich der Perspektiven für 2021.

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Deine Meinung
  1. Gerhard Begemann   am   5. Januar 2021 at 5:46

    Das Fahrzeugaufkommen wurde aber nicht betrachtet, oder?
    Hier hat es den Anschein, dass die Fähren gut gebucht bis ausgebucht waren. Wäre interessant auch diese Zahlen oder die Statistik zu sehen.

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