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Der Alte Leuchtturm von Borkum soll wieder begehbar werden

Geschrieben von am 19. Juni 2021

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Der Alte Leuchtturm von Borkum soll wieder begehbar werden. Dazu wurde nun ein Bauantrag vom Heimatverein der Insel Borkum e.V. am 18. Juni eingereicht. Das Ziel ist, den Alten Turm wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zum 450. Jubiläum einen Blick vom „Olde Baas“ werfen. Das könnte wieder möglich sein, wenn es nach den aktuellen Plänen vom Heimatverein der Insel Borkum e.V. für den „Alten Leuchtturm“ (Olde Baas) geht. In Zukunft möchte der Heimatverein wieder begleitete Führungen mit maximal 20 Personen durch den geschichtsträchtigen Turm anbieten können. Das erfordert aber einige umfangreiche Umbauarbeiten.

Etwas Geschichte

Nachdem in Emden der Hafen ausgebaut wurde und der Schiffsverkehr zunahm, mussten auch die Seefahrtszeichen erweitert und vergrößert werden. Markante Punkte an Land reichten dazu nicht mehr aus. Einer der auffälligsten Punkte auf der Insel Borkum war der damalige Kirchturm, der in diesem Zusammenhang abgetragen wurde. Der vorhandene Kirchturm wurde durch einen 41 Meter hohen Turm ersetzt. Ein kostspieliges Unternehmen, das auch durch den Emder Senat finanziert wurde. Anno 1576 wurde der Leuchtturm fertiggestellt und diente zuerst als Landmarke, ein Tagessichtzeichen. Zum „Olden Baas“ (Alten Leuchtturm) wurde er erst viel später. Die vier Seiten des Turms zeigen übrigens auch in die 4 Himmelsrichtungen.

Weithin sichtbar, auch in der Nacht

Im Jahr 1817 wurde auf dem Turm ein Leuchtfeuer eingerichtet. Durch die Befeuerung hatte der Turm eine sichtbare Reichweite von ca. 6 Seemeilen (fast 11 Kilometer). Um diese Befeuerung zu ermöglichen wurde das vorhandene Schieferdach durch eine verglaste Kuppel ersetzt. Zu Beginn waren es 27 Öllampen mit einem Parabolspiegel, ab 1857 ein Fresnelscher Leuchtapparat II , die das benötigte Licht erzeugten. Die Öllampen mussten natürlich gewartet und befüllt werden. Diese Aufgabe hatten die Leuchtturmwärter zu erledigen, die in der Etage unter der Leuchtkuppel das Lager und den Aufenthaltsraum hatten. Bis zu jenem schicksalhaften Tag im Februar des Jahres 1879.

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Es brennt

Am 14. Februar 1879 brach im Turm infolge eines Ofenrohrbrandes ein verheerendes Feuer aus. Die Trümmer der oberen Holzdecke stürzten zusammen mit der Laterne in die Tiefe und setzten die im Turmboden lagernden Ölvorräte in Brand. Ein gigantisches Feuer und kaum Löschmittel. Hilflos musste man mit ansehen, wie der Turm komplett ausbrannte. Eine Woche nach dem Brand wurde der Bau eines neuen Leuchtturms beschlossen. Nach seiner Fertigstellung ließ die Regierung den alten Turm – ohne Laterne – instandsetzen. Von 1895 bis 1921 diente er als Wetterbeobachtungsstation der Deutschen Seewarte Hamburg.
>> Weitere Informationen zur Gechichte des Alten Turms <<

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Zurück in die Gegenwart

Heute steht der Alte Leuchtturm unter Denkmalschutz und gehört dem Heimatverein Borkum e.V., der den Turm 1982 erworben hat. Durch Eintrittsgelder zur Besichtigung des Leuchtturms erwirtschafte man genügend finanzielle Mittel, um den „Alten Leuchtturm“ zu sanieren und zu unterhalten. Aus brandschutzrechtlichen Gründen ist die Benutzung für die Öffentlichkeit seit Januar 2014 aber nicht mehr möglich. Die Teestunde im Alten Turmzimmer wurde in das Toornhuus verlegt und die beliebten Trauungen im Turmzimmer, nach dem beschwerlichen Aufstieg in die Höhe ein besonderes Erlebnis für den Start in eine gemeinsame Zukunft, waren auch nicht mehr möglich.

Das soll sich nun wieder ändern. Zumindest die Begehbarkeit des Turms soll nach den aktuellen Plänen wieder möglich werden. Dazu hat der Heimatverein am 18. Juni einen Bauantrag eingereicht.

Um die Nutzung des Turms für die Öffentlichkeit zu ermöglichen, erfordert es einige komplexe Umbaumaßnahmen. Ein Hauptbestandteil des geforderten Brandschutzkonzeptes ist ein Balkon von dem im Brandfall Besucher vom Turm mit der Drehleiter der Feuerwehr gerettet werden können. Eine Verstärkung im Turm an der das Podest befestigt wird, soll die entstehenden Belastungen in den Boden ableiten.

Um die Aussicht in ca. 40 Metern Höhe zu erleben führt der Aufstieg über die denkmalrechtlich geschützte Treppe im Turm in die Höhe. Leider erfüllt die Treppe nicht die heutigen notwendigen Standards und kann unter anderem auch nicht als 1. Rettungsweg genutzt werden, was letztendlich auch zur Schließung des Turms geführt hat. Diese Treppe muss teilweise ausgebessert und verbreitert werden. Weiterhin müssen bestehende Brandlasten entfernt sowie feuerhemmende Wände und Böden eingebaut werden. Diese Umbaumaßnahmen sind kostenintensiv und liegen bei voraussichtlichen Schätzungen sicher im mittleren sechsstelligen Bereich und nur durch Spenden und Fördergelder zu ermöglichen

In Zukunft möchte der Heimatverein wieder begleitete Führungen mit maximal 20 Personen durch den geschichtsträchtigen Olde Baas anbieten können. Eine Teezeremonie oder eine Trauung im ehemaligen Turmzimmer, viele von euch werden sich noch daran erinnern, wird es aber auch in Zukunft nicht geben. Wir drücken die Daumen und freuen uns, wenn es wieder möglich ist, auf jeder Stufe des Aufstiegs die Geschichte des Alten Turms zu spüren.

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Mehr Informationen zum Alten Leuchtturm


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Deine Meinung
  1. Margit Kutschki   am   19. Juni 2021 at 18:58

    Immer interessant und hatten es schon erfahren, da wir am Montag dem 14.06.21 unter den ersten 5 Besuchern waren, die die erste Führung im Heimatmuseum mitgemacht haben. War super.

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