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Damwild auf Borkum

Veröffentlicht von am 2. März 2021

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Ein ewiges Hin und Her. Nationalparkverwaltung, Umwelt- und Landwirtschaftsministerium und die Borkumer Jägerschaft streiten sich um das Damwild, seitdem es im Jahr 2013 auf die Insel kam.

Naturschützer hatten schon damals mit erhobenem Zeigefinger argumentiert und mit ihren kritischen Aussagen versucht, dieses Unterfangen vom Umweltministerium zu verhindern. Genutzt hat es nichts. Die Tiere wurden auf die Insel verbracht. Versuchsweise sollte das Damwild die Vegetation klein halten um die Verbuschung der ursprünglichen Landschaft zu verhindern. In einem extra eingezäunten Gebiet wurde es ausgesetzt und sich selbst überlassen.

Ob es Langeweile war oder der Drang Gutes zu tun; das Gatter wurde geöffnet und seither ist die Insel Borkum, sehr zur Freude der Gäste und einiger Borkumer, sofern sie keine Gartenanlage ihr Eigen nennen, ihr Wandergebiet. Ob in der Stadt, auf dem Fahrradweg, in Nachbars Garten, beim Bekannten auf dem Grab oder in der weitläufigen Dünenlandschaft. Es besteht immer die Möglichkeit eines der schönen und zahmen Tiere aus der Nähe zu bewundern.

Es kann das frömmste Damwild nicht in Ruhe Äsen, wenn es dem Nationalpark nicht gefällt.

Seit 2015 soll das Damwild die Insel Borkum schon wieder verlassen. Damwild ist ein nicht artgerechtes Tier auf der Insel Borkum. Das ergaben Gutachten und gerichtliche Beschlüsse und die besagen, das Wild muss die Insel verlassen. Notfalls auch mit Gewalt. Die Borkumer Jäger möchten das aber nur ungerne übernehmen.

Im Jahr 2013 hatten die Borkumer Jäger schon die unangenehme Aufgabe, ausgewilderte Katzen einzufangen.
Katzen sind bekanntlich Nesträuber und die stehen in einem gewissen Interessenskonflikt zu den Zielen zum Schutz des Vogelschutzgebietes im Niedersächsischen Nationalpark Wattenmeer.

In einer Mitteilung hieß es: „Das Problem eingeschleppter Beutegreifer tritt als Problem des Artenschutzes weltweit auf, besonders auf Inseln. Es ist gängige Praxis, in Schutzgebieten den Einfluss dieser Tiere zu kontrollieren, gerade wenn besonders gefährdete Arten bedroht sind….. Der Jagdschutz dient also dazu, eine wertvolle und einzigartige Inselnatur vor negativen, von Menschen gemachten Einflüssen zu schützen…“ 

Und nun muss das Damwild weichen.
Das bedeutet, wenn sich die Borkumer Jäger weigern, könnten Berufsjäger auf die Insel entsandt werden und den Totalabschuss in die Wege leiten. In einem Fernsehbericht erklärt der Jäger Christian Fink die schwierige Lage einer Jagd auf Borkum. Zur Hochsaison sind Zehntausende Besucher auf der Insel Borkum, die sich jederzeit auf und abseits der zahlreichen Wege der Insel bewegen. „Da überlegt man sich drei Mal, ob man abdrückt, bevor man einen Menschen trifft“ sagt Jäger Christian Fink.

Die Nationalparkverwaltung lässt das aber nicht gelten. Sie fordert den Abschuss.

Die genaue Population des Damwildes ist nicht bekannt. Schätzungsweise zwischen 30 und 50 Tiere streifen über die Insel. Sie knabbern frische Blumen und Pflanzen in den Gärten und auf dem Friedhof an und ab. Buschwerk wird zum verfegen des Geweihs genutzt und deformiert, aber die sozialen Medien erfreuen sich jeden Tag aufs Neue an zahlreichen Bildern der hübschen Tiere.
Sogar eine Petition zum Erhalt des Damwildes auf der Insel wurde ins Leben gerufen.

Seit 2015 wird nun mit einem von den Behörden vorgeschrieben Bejagungsplan versucht, den Bestand zu minimieren. Da das Einfangen der Tiere nicht geglückt ist, bittet auch der Niedersächsische Heimatbund die Landesregierung um die Herausnahme der artfremden Tiere auf Borkum. Dazu soll die Nationalparkverwaltung darin bestärkt werden, diese Aufgabe direkt zu übernehmen und diese Naturschutzmaßnahme baldmöglichst abzuschließen.

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Ob sich die Tiere zu stark vermehren oder die Borkumer Jäger bei der Bejagung zurückhalten, wie das Landwirtschaftsministerium vermutet. Der Damwildbestand soll im kommenden Jagdjahr so dermaßen verringern werden, das mit einer baldigen kompletten Entfernung gerechnet wird.

Und hier kommt der erhobene Zeigefinger des Landwirtschaftsministeriums.
Wird dem nicht Folge geleistet, werden weitere Maßnahmen in Betracht gezogen, die zur Zeit juristisch geprüft werden.


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