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Austausch der Gondel im Windpark

Aus bisher noch nicht vollständig geklärter Ursache waren am 6. April große Teile des Gondelgehäuses der AV 07 (Gondeldach, Gondelseiten und Gondelboden) ins Meer gefallen. Personen kamen dabei nicht zu Schaden, eine Gefährdung der Meeresumwelt war wegen der nur geringen Mengen an Betriebsmitteln im Gondelgehäuse nicht gegeben. Die übrigen fünf Windenergieanlagen des Herstellers befinden sich seither vorsichtshalber im Standby-Betrieb und sind für Wartungsarbeiten gesperrt.

Um den Austausch der beschädigten Gondel vorzubereiten, beginnen in Kürze die Arbeiten im Windpark: Zunächst wird mit Hilfe eines Service-Operation-Vessel (SOV), welches über eine für Offshore-Einsätze konzipierte hydraulische Gangway verfügt, der Zugang zur AV 07 hergestellt. Speziell ausgebildete Industriekletterer werden die sich außerhalb des Maschinenträgers bzw. Triebstranggehäuse befindlichen technischen Komponenten gegen Herabfallen sichern bzw. entfernen. Im Anschluss werden die versunkenen Teile des Gondelgehäuses vom Meeresgrund geborgen sowie die elektrischen Versorgung der Windenergieanlage wieder hergestellt. Im nächsten Schritt werden Gondel und Rotorstern in eine Position gedreht, die die Demontage des Rotorsterns und den Austausch der Gondel erlauben.

Im Maschinenträger der Gondel sind alle Komponenten zur Stromerzeugung wie Rotorwelle, Rotorlager, Getriebe und Generator untergebracht. Das Gondelgehäuse mit der Heli-Hoist-Plattform ermöglicht primär den einfachen Zugang zur Windenergieanlage. Die beschädigte Gondel vom Typ AD 5-116 wird nach Ausführung des Gondeltauschs beim Hersteller Adwen in Bremerhaven im Detail untersucht, um Rückschlüsse auf die genaue Schadensursache zu erhalten. Klar ist bislang, dass die Haltebolzen des Gondelträgers gebrochen oder gerissen sind – nicht aber, warum dies geschah.

Die Auswertung der vom Condition Monitoring System erfassten Daten erfolgt bereits. Die Sichtprüfungen der anderen fünf Anlagen haben in der vergangenen Woche begonnen – wann genau sie wieder die Stromproduktion aufnehmen können, ist derzeit offen.

alpha ventus 
alpha ventus ist der erste deutsche Offshore-Windpark, der auf hoher See rund 45 Kilometer vor der Küste Borkums errichtet wurde. EWE, E.ON und Vattenfall haben für Realisierung und Betrieb des Windparks die „Deutsche Offshore-Testfeld und Infrastruktur GmbH & Co. KG“ (DOTI) gegründet. Die Stiftung Offshore Windenergie ist Eigentümer der Genehmigung und war aktiv an der Planung und dem Genehmigungsprozess des Windparks beteiligt. Die Forschungs- und Entwicklungsergebnisse von alpha ventus fließen in Konstruktion, Bau und Betrieb weiterer Offshore-Anlagen ein. Die DOTI-Gesellschafter betreiben oder planen in der Nordsee die Folgeprojekte Riffgat und Borkum II (EWE), Amrumbank West und Arkona (E.ON), DanTysk und Sandbank (Vattenfall). Im Testfeld alpha ventus kommen insgesamt zwölf Windenergieanlagen der 5-Megawatt-Klasse zum Einsatz: Sechs Anlagen des Typs Adwen AD 5-116 sowie sechs Anlagen Senvion 5M. Die von alpha ventus seit 2011 eingespeiste Strommenge entspricht im Jahresmittel jeweils rund 239,14 Millionen Kilowattstunden und damit dem Jahresverbrauch von rund 68.300 durchschnittlichen Haushalten (3.500 kWh) in Deutschland.

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