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Ey, Du kommst hier net rein!

von Melanie Götz

Auf Borkum besteht eine saisonale Verkehrsbeschränkung. Und dies gleich vorweg: das finde ich in Ordnung! Für jede Regel gibt es allerdings auch mindestens eine Ausnahme. Und in meinem Fall heißt diese: Ausnahmegenehmigung. Benötigt ein jeder, der außerhalb der festgelegten Zeiten doch mit dem PKW unterwegs sein muß. Das gilt für außergewöhnlich gehbehinderte Personen mit Schwerbehindertenausweis genau so wie für Gewerbetreibende. Da eint nämlich beide das gleiche Problem: naht die entsprechende Zone, kommst Du net rein!

Die meisten Veranstaltungen finden allerdings mitten in den verbotenen Zonen statt. Und es liegt nahe, sich im Bedarfsfall eine entsprechende Ausnahmegenehmigung zu besorgen. Und da beginnt der Amtsschimmel bereits die Nüstern zu blähen und leise zu schnauben. Wir sind mit Veranstaltungsequipment unterwegs. Das sind die Dinge, die dafür sorgen, daß Ihr eine ganze Nacht lang Spaß haben könnt, Licht, Musik, Unterhaltung, das alles verbirgt sich dahinter. Wird an den Veranstaltungsort verbracht, während Ihr zu Hause noch überlegt, was Ihr abends anziehen möchtet und wird abgebaut und abtransportiert wenn die meisten von Euch bereits wieder in den eigenen vier Wänden sind, vielleicht schon todmüde im Bett liegen.

Das bringt das Nachtleben mit sich. Arbeitszeiten, die antizyklisch sind. Die erfordern, daß man das Equipment zu später, na, eher zu früher Stunde einladen und zurück in die Firma bringen muß. Der Amtsschimmel scharrt schon mit den Hufen... unser Tech Nick bekam vor einigen Tagen zu hören, daß er sich doch ein Lastenfahrrad anschaffen solle, dann kann er zu jeder Zeit unser Equipment befördern. Es gibt keine Ausnahmegenehmigung, die Sachen per PKW aus oder in die Verbotszone zu bringen. Aus der deutschen Geschichte wissen wir ja bereits, wie schwierig das mit den Zonen ist...

Ich wollte mich dann auch noch einmal um eine entsprechende Genehmigung bemühen, nur für den Ausnahmefall, konform mit allen damit zusammenhängenden Auflagen selbstverständlich. Nun, ich solle das Equipment nach der Veranstaltung einfach "irgendwo" (!) einschließen und am nächsten Tag wieder abholen. Heißa, das ist ja mal ein Spitzentip. Wo denn? Und wenn es diese Möglichkeit gäbe, wie brächte ich die Dinge dann dort hin? Fragen über Fragen... "Mit einem Handkarren!" war die "Lösung"... oder besser gesagt, der amtliche Lösungsansatz... ein Blick in die treuherzigen Augen meines Gegenübers und ich bekomme plötzlich Lust auf Pferdesalami...! 

Das alles lassen wir mal lieber, denn wenn wir mit "großem Besteck" unterwegs sind, müßten wir 3-5x mit dem Handkarren durch den Ort stiefeln, bis endlich alles verstaut und zum Abtransport bereit ist. Und wer garantiert mir, daß es für Handkarren nicht eine Verordnung gibt, über Art und Beschaffenheit, Bereifung sowie deren Rollgeräusche... obwohl, dafür gäbe es dann ja sicher auch eine Ausnahmegenehmigung... und ich warte immer noch darauf, daß sich hier jeden Moment das Team der versteckten Kamera zu erkennen gibt: Verstehen Sie Spaß?

Ihr seid noch im Bilde, daß es darum geht, den Verkehr auf Borkum zu reduzieren? Ich habe letztlich eine Genehmigung erhalten, die erlaubt, für eine Veranstaltung am Sonntag, die ca. 5 Stunden dauert, unser Equipment am Samstag zum Veranstaltungsort zu bringen (also reinfahren, ausladen und wieder rausfahren!). Am Sonntag anrücken, den PKW etwas außerhalb parken aber halt benutzen. Nach Veranstaltungsende am Sonntag selbigen PKW aufsuchen, wieder zu benutzen, wir müssen ja wieder nach Hause kommen, und Montag: Vorsicht, running gag: wieder mit dem PKW in die Stadt zu fahren, unsere Siebensachen einzusammeln und erneut aus der Stadt nach Hause zu fahren. Mitgezählt? Das sind sechs Fahrten, anstatt nur erforderlicher zwei... ganz im Sinne einer Verkehrsbeschränkung... willkommen in Absurdistan...

Ich freu mich schon auf die nächste Veranstaltung. Darauf, zu sehen, wie viele PKW's sich wieder in der Verbotszone bewegen... 

Wir brennen für unsere Veranstaltungstechnik, für jedes Event, das wir für Euch ausrichten dürfen. Egal, wie viele Feuerlöscher sich auf uns richten! Und: Ähnlichkeiten mit lebenden Personen waren nicht zufällig sondern beabsichtigt!

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