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Aufsichtsrat der Nordseeheilbad Borkum GmbH informiert

Geschrieben von am 19. Juli 2021

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Borkum – Der Aufsichtsrat der Nordseeheilbad Borkum GmbH (NBG) kam im vergangenen Monat zu seiner zweiten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Information über die Fortschritte bei der Einführung eines Compliance Management Systems, der aktuelle Stand der Vergabe der Milchbudenstellplätze, die Genehmigungen von Investitionen und Förderzusagen, Beschlussfassungen nach der Klausurtagung im Mai sowie zahlreiche weitere Themen. Über die aktuellen Beschlüsse und Maßnahmen wird nachfolgend berichtet.

Aktueller Arbeitsstand zum Compliance Management Systems, zur kulturellen Integration, Digitalisierung des Gästebeitrages und Vertrag Strandzeltvermieterverein

Die NBG hat im vergangenen Jahr damit begonnen, die Sicherstellung der Einhaltung der geltenden Regeln weiter zu systematisieren und ein Compliance Management System (CMS) einzuführen. Die Ziele sind die Abwehr von Schaden für das Unternehmen sowie die Vermeidung von Haftungsfällen und Regelverstößen. Hierfür sollen insbesondere die Mitarbeiter der NBG bei der Einhaltung von Regelkonformität im Rahmen ihrer vielfältigen Arbeit unterstützt werden.

Die kulturelle Integration von Mitarbeitern ist ein elementarer Bestandteil der Optimierung von Arbeitsprozessen und
Kommunikationswegen. Sie soll im Zuge der Erarbeitung des Sanierungskonzeptes weiter vorangetrieben werden. In diesem Zusammenhang wird es eine anonyme Online-Mitarbeiterbefragung geben, um den Status quo in puncto Kenntnisstand und Einbindung in die strategische Weiterentwicklung von „Borkum 2030“ – als erstem Teil des Sanierungskonzepts – zu erheben.

Wie bereits berichtet, ist eine kurzfristige Einführung einer Borkum Card in Zusammenarbeit mit der AG EMS nicht realistisch, wenngleich dieser Weg weiterverfolgt wird. Dennoch soll im Zuge der Digitalisierung das analoge System in jedem Fall in ein digitales Gästebeitragssystem weiterentwickelt werden. Dafür wurde ein mehrstufiges Modell der Umsetzung unter Mithilfe von ausgewählten Vermietern erarbeitet, welches sukzessive umgesetzt wird.

Aktueller Stand bei der Vergabe der Milchbudenstellplätze

Nachdem im Dezember des letzten Jahres der Milchbudenstellplatze 5 (Verlängerung Bismarckstraße) am Markus Wilken und 6 (Südstrand) an Manfred Okken im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung vergeben wurden, erfolgte nun die Ausschreibung der Standorte 1 (derzeit Nils Oltmanns) und 7 (derzeit Manfred Okken).
Auf die beschränkte Ausschreibung des Milchbudenstandortes 1 („Strandflair“), in der drei potenzielle Bieter zur Wettbewerbsteilnahme aufgefordert wurden, gab der aktuelle Betreiber, Nils Oltmanns, ein Angebot ab. Da weitere Angebote ausblieben, folgte der Aufsichtsrat der Empfehlung des Auswahlgremiums, dem Abschluss eines Vertrages zur Errichtung und zum Betrieb einer Milchbude ab der Saison 2023 mit einer Laufzeit von zehn Jahren.

Auf die ebenfalls beschränkte Ausschreibung des Milchbudenstandortes 7, gab der aktuelle Betreiber des „Wattwurm Borkum“ am Hauptbadestrand, Tobias Graß, als einziger ein Angebot ab. Auch hier folgte der Aufsichtsrat der Empfehlung des Auswahlgremiums. Damit nimmt der „Wattwurm Borkum“ ab der Saison 2023 am Südstrand seinen Betrieb auf.

Grundlage aller Angebotsbeurteilungen durch das Auswahlgremium waren die schriftliche Bewerbung sowie eine Präsentation. Das Auswahlgremium bestand aus sieben Aufsichtsratsmitgliedern und fünf Mitarbeitern der NBG entsprechend den verfahrensrelevanten Expertisen.

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Aufgrund der Aussage des von den Milchbudenbetreibern beauftragten Planers, die vereinbarte Zeitschiene gemäß dem gefassten Beschluss zum Kompromissvorschlag „Ausschreibungsverfahren der Milchbudenstandorte“ nicht
annähernd halten zu können, war eine Abänderung des Aufsichtsratsbeschluss vom Januar 2020 erforderlich. Aufgrund des neuen vorgelegten Zeitplans durch die Milchbudenbetreiber wird nun der 30. September 2021 als spätester Zeitpunkt für die Genehmigungserteilung der Standorte 5 und 6 angestrebt.

Die Milchbudenstandorte 2, 3 und 4 werden zeitgleich öffentlich nach den europaweiten Vergabevorschriften ausgeschrieben, sobald die Baugenehmigungen vorliegen.

Genehmigung von Investition mit Förderzusagen

Aufgrund einschneidender Veränderungen im Tourismus im Zuge der Corona-Pandemie, hat die Niedersächsische Landesregierung im Januar 2021 das Förderprogramm „Touristische Projekte ins Leben gerufen. Ziel ist es, touristische Projekte zu unterstützen, die zur Anpassung an die Folgen der COVID-19-Pandemie in Niedersachsen beitragen, insbesondere die „Förderung der Entwicklung und Umsetzung digitaler und/oder sonstiger touristischer Maßnahmen, die aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erfolgen“. Die Förderquote des Programmes beträgt 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben, maximal aber 200.000 Euro. Die Gewährung der Zuwendung setzt voraus, dass
eine sachliche und zeitliche Kausalität zur Pandemie besteht.

Daraufhin stellte die NBG einen Förderantrag für das Projekt „Digitale Erweiterung des Nordsee-Aquariums in Verbindung mit der Einbeziehung des bisher untergenutzten, angrenzenden Multifunktionsraumes in die Ausstellung“, welches mit einem Ausgabenvolumen von 23.000 Euro für die erforderliche Digitaltechnik (Bildschirm, Touchpads) angesetzt wurde. Ein weiterer Förderantrag wurde für das Vorhaben „Dezentralisierung der Beschallungstechnik für Kurmusik an der Promenade“ gestellt. Hierbei geht es um den Umbau der Beschallungsanlage der Kurmusik, um durch eine passende Besucherlenkung die Sicherstellung der Einhaltung von Corona-konformen Abstandregeln zu unterstützen.

Der Aufsichtsrat genehmigte sowohl die Investitionskosten für das Nordsee-Aquarium, als auch für die Veranstaltungsabteilung.

Unternehmensorganisation und Immobilienbewirtschaftung

Die im Rahmen der Klausurtagung gezeigten Präsentationen und anschließenden Diskussionen haben deutlich gemacht, dass die Erarbeitung eines Konzeptes für die Zusammenführung der Verwaltung der NBG notwendig ist. Ebenso empfiehlt der Aufsichtsrat die Konkretisierung des Funktionsprogramms für einen zusammengeführten Touristik-Service, losgelöst von den derzeitigen Standorten (Kulturinsel und Georg-Schütte-Platz) in Verbindung mit dem Funktionsprogramm eines Nationalparkhauses/Welterbezentrums sowie die Erstellung eines konkreten Funktionsprogramms inklusive Raumbedarfen für das Projekt Kulturinsel 2.0, welches den zukünftigen Anforderungen
gerecht wird.

Borkum 2030 – emissionslose Insel

Ebenfalls im Rahmen der Klausurtagung im Mai wurde beschlossen, dass die Gründung einer Zweckgesellschaft für die klimaneutrale Wärmeversorgung der Insel durch Umwandlung der derzeitigen Nordsee Windport Borkum Verwaltungs GmbH grundsätzlich unterstützt wird. Die finale Beschlussfassung obliegt dem Stadtrat.

Naturerlebnis Borkum

Das Projekt Naturerlebnis Borkum beginnt mit der Konkretisierung des derzeit finalisierten Masterplans bis zu dessen umfassender inhaltlich ganz konkreter Umsetzbarkeit. Der Aufsichtsrat empfiehlt daher, die Umsetzung des Projekts in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung voranzutreiben. Die konkrete Gestaltung der jeweiligen Projekte unterliegt der Einzelentscheidung durch den Rat.

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Kooperationsvereinbarung mit der Nationalparkverwaltung

In der Aufsichtsratssitzung vom 3. März 2021 wurde der finale Verhandlungsstand der Fortschreibung der Kooperationsvereinbarung zwischen der NBG und der Nationalparkverwaltung zur Kenntnis gegeben. In dieser wird das tätige Handeln für beide Partner klar beschrieben. Handlungsfelder sind vor allem die Entwicklung des Tourismus sowie der Wasser- und Energieversorgung im Kontext mit den Schutzbedürfnissen des Nationalparks.

Konsens bestand in der Sitzung, dass geprüft werden sollte, welche Themen – neben jenen der NBG – die Stadt Borkum betreffen, Insbesondere Fragen des Brauchtums, wie Pfingstzelten oder Osterfeuer, der Weidegenossenschaft sowie der Jägerschaft, sollten zur Zukunftssicherung ebenfalls in einer eigenen Vereinbarung der Stadt Borkum auf Augenhöhe mit dem Nationalpark geregelt werden. Alle Aufsichtsratsmitglieder waren sich einig, bei einer fortbestehenden Kooperation zusätzliche Einschränkungen nicht hinzunehmen.

Darüber hinaus wurde sich im Aufsichtsrat dafür ausgesprochen, in einer öffentlichen Informationsveranstaltung der Stadt Borkum die Chancen und Risiken der Beteiligung Borkums an der Ausgestaltung der hiesigen Modellregion für nachhaltige Entwicklung (Biosphärenreservat niedersächsisches Wattenmeer) zu erörtern.
Vorausgesetzt, es kommt zu keinen weiteren Einschränkungen seitens des Nationalparks, wird sich wird sich der Aufsichtsrat im Anschluss erneut mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung befassen.

Anpassung der Struktur im Bereich Touristik-Service in Verbindung mit der Etablierung eines stellvertretenden Tourismusdirektors

Die Unternehmensausrichtung im Bereich Tourismus soll zukünftig weiter gestärkt werden. Leitziel der Unternehmenskultur soll dabei die Implementierung eines stellvertretenden Tourismusdirektors sein. Neben der Führung des Touristik-Services soll der Stelleninhaber darüber hinaus wesentliche Aufgaben in der Säule „Destinationsmanagement“ übernehmen und dabei als allgemeiner Vertreter der Geschäftsführung fungieren. Es bestand Einigkeit darüber, dass eine solche Rolle benötigt wird. Die Geschäftsführung wird zur nächsten Aufsichtsratssitzung die fiskalischen Auswirkungen der vorgesehenen Anpassungen der Stellenprofile als Grundlage für eine finale Beschlussfassung vorlegen.

Neue Homepage für den Nordsee Windport

Seit dem 10. Juni 2021 ist neue Homepage für den Nordsee Windport online. Besonderheiten sind die Zweisprachigkeit auf Deutsch und Englisch sowie die Einbindung der privaten Leistungsanbieter, die für ein abgerundetes Gesamtangebot für die Offshore-Hafennutzer von besonderer Bedeutung sind.

Verhandlungsrunde für die Auswahl des Dienstleisters zur Erstellung des Lebensraumkonzeptes

Im April erfolgte die Fördermittelzusage der Mariko für das Teilprojekt „Lebensraumkonzept“ im Rahmen des INTEREGG-Projekts „SAVE“. Es ist der erste Teil des Sanierungskonzepts des Stadt-Borkum-Konzerns. Mitte August ist die Verhandlungsvergabe mit Teilnahmewettbewerb für die Auswahl des Dienstleisters zur Begleitung der Erstellung des Lebensraumkonzepts geplant.

Start mit FKK-Budjes in den Olde Dünen

Seit Mitte Juni 2021 können Gäste und BorkumerInnen die neuen Budjes im FKK-Bereich direkt in der Tourist-Information oder online über www.borkum.de für einen Kennenlern- und Schnupperrabatt buchen. Das Besondere: Die Buden sind dem Stil der historischen Borkumer Badekarren nachempfunden, aber modern ausgestattet.
Mit einem Solarmodul, einem USB-Anschluss, Beleuchtung, einer Sitzbank und Garderobenhaken bestehen ausreichend Möglichkeiten in den 1 Meter x 1,60 Meter großen Buden seine elektronischen Geräte zu laden und seine Kleidung sicher zu verstauen. Zu jeder der gemütlichen FKK-Budjes gehört noch eine windgeschützte Parzelle Natur pur in den Dünen im Ostland.

Über Borkum
Die Nordseeinsel Borkum (5.300 Einwohner) ist die größte der Ostfriesischen Inseln und beherbergt jährlich ca. 300.000 Übernachtungsgäste mit rd. 2,5 Mio. Übernachtungen. Die strategische inseltouristische Ausrichtung zielt auf die Schwerpunkte Hochseeklima und Vitalität, Sport und Bewegung, Natur und Strand sowie Kultur. Borkum liegt im Weltnaturerbe Wattenmeer, ist staatlich anerkanntes Nordseeheilbad und trägt das Prädikat Allergikerfreundliche Insel
(ECARF-Siegel).

Über die Nordseeheilbad Borkum GmbH
Die Nordseeheilbad Borkum GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Borkum. In dem Unternehmen sind alle kommunalen wirtschaftlichen Aktivitäten gebündelt: Betrieb der öffentlichen touristischen Einrichtungen (Tourist-Information, Gezeitenland ~ Wasser & Wellness, Nordsee Aquarium, Veranstaltungshaus „Kulturinsel“, die „Spielinsel“ für die Kleinen), Bewirtschaftung des gesamten Strandes sowie der strandnahen Infrastrukturen (Promenade, Kurhalle am Meer mit Gastronomie, Pavillon mit Kurmusik „Musik & Meer“), Vermarktung der Insel, Versorgung der Insel mit Strom, Wasser und Wärme, Betrieb des Nordsee Windport Borkum, einen Großteil des Hafens sowie des Inselflugplatzes. Mit mehr als 150 Mitarbeitenden ist die Nordseeheilbad Borkum GmbH der größte Arbeitgeber auf der Insel

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Titelbild: Conference – @Pixabay