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Apotheken beraten kompetent zu Corona-Schnelltests

Veröffentlicht von am 4. Februar 2021

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Teststrategie in der Corona-Pandemie

Corona-Tests sind ein wichtiges Instrument, um die SARS-CoV-2-Pandemie weiter einzudämmen. Seit Ende Dezember können auch Apotheken vor Ort Testungen mit PoC-Antigen-Tests (Point of care) anbieten, die ein schnelles Ergebnis liefern. Bereits 15 bis 30 Minuten nach dem Test liegt das Resultat vor – und damit die Möglichkeit, unmittelbar mögliche weitere Schritte einzuleiten. PoC-Tests, die mit einem Abstrich aus Nase und Rachen (nasopharyngeal) oder einem Mund-Rachenraum-Abstrich (oropharyngeal) durchgeführt werden, sollten durch kompetente Heilberufler wie auch den Apothekern durchgeführt werden. Die korrekte Testdurchführung und die begleitende Beratung des Patienten insbesondere nach einem möglichen positiven Ergebnis sind entscheidende Aspekte in der Pandemiebekämpfung, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen.

Qualifikation auch durch zusätzliche Schulungen

Um den PoC-Antigen-Test durchzuführen, ist außer Schutzkleidung kein zusätzliches Instrumentarium notwendig. So kann der Test zum Beispiel in einer Pflegeeinrichtung, in Arztpraxen oder in den Vor-Ort-Apotheken wohnortnah durchgeführt werden. Apotheker sind Heilberufler mit hoher Gesundheitskompetenz, die durch zusätzliche theoretische und praktische Schulungen für die richtige Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Testung sorgen. Damit können sie ihren Patienten ein niedrigschwelliges und sicheres Testumfeld anbieten.

Schnelles Ergebnis – mit Einschränkungen

Der PoC-Antigen-Test ist einfach ohne Laborgeräte anzuwenden. Eine Probe von einem Nasen- und / oder Rachenabstrich wird mit Pufferlösung verdünnt und auf eine Testkassette gegeben. Sollte das Virus in der Probe enthalten sein, reagieren die Eiweißbestandteile des Virus mit speziellen Antikörpern auf einem Teststreckenabschnitt und bilden einen Farbkomplex, der als farbige Linie sichtbar wird. Außerdem gibt es noch eine zweite Kontrollzone auf der Teststrecke, die ebenfalls eine farbige Linie bei korrekt durchgeführtem Test ergibt. Die Testung kann helfen, um asymptomatische und dennoch möglicherweise infektiöse Personen leicht zu identifizieren und eine Übertragung des Virus durch geeignete Maßnahmen wie vorübergehende häusliche Isolierung zu verhindern. Allerdings wird für ein aussagekräftiges Testergebnis eine höhere Viruslast in der Abstrichmenge aus dem Nasen-Rachen-Raum benötigt. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wird der Abstrich nicht korrekt durchgeführt oder ist die Viruslast nicht hoch genug, kann im Anschluss ein negatives Testergebnis angezeigt werden, das nicht unbedingt eine Infektion mit SARS-CoV-2 Viren ausschließt.

Das Ergebnis stellt nur eine Momentaufnahme dar. Das ist insbesondere der Fall bei einer niedrigen Viruslast in der frühen Inkubationsphase oder ab der zweiten Woche nach Symptombeginn beziehungsweise in der späten Phase der Infektion. Viele Ansteckungen passieren daher bereits, bevor die Corona-Infektion bei einem Infizierten ausbricht. Die Inkubationszeit von der Ansteckung bis zum Beginn einer Corona-Erkrankung beträgt im Mittel fünf bis sechs Tage. Ein Übertragungsrisiko besteht auch schon Tage vor den ersten Symptomen einer Erkrankung (präsymptomatische Phase) – das kann auch schon zwei Tage nach der Ansteckung der Fall sein – und hier können die Antigen-Tests die Infektion bereits nachweisen.

PCR-Test ist Goldstandard

Sollte der PoC-Antigen-Test positiv ausfallen, ist das Ergebnis dem Gesundheitsamt verpflichtend mitzuteilen und ein PCR-Test (PCR – polymerase chain reaction) anzuschließen, um die Infektion mit Sicherheit zu bestätigen. Die PCR-Tests sind mit ihrer hohen Empfindlichkeit sehr aussagekräftig und genau, sie gelten daher als Goldstandard. Eingesetzt werden die PCR-Tests von Gesundheitsämtern, Arztpraxen und Testzentren, die Analyse wird in einem Labor vorgenommen. Daher liegen die Untersuchungsergebnisse oft erst nach ein bis drei Tagen vor. Bis dahin heißt es für den Betroffenen: sofortige Isolation!

Schnelltests für Laien

Zur weiteren Eindämmung der Pandemie hat die Bundesregierung nun entschieden, bestimmte Schnelltests auch an Privatpersonen abzugeben. Diese Laientests müssen ein Anerkennungsverfahren durchlaufen, ehe sie zugelassen werden. Derzeit sind solche Schnelltests für Laien noch nicht erhältlich.

Damit Privatpersonen künftig die Schnelltests zur Eigenanwendung sicher und fehlerfrei durchführen können, empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen sich in der Apotheke vor Ort dazu fachkundig beraten zu lassen. Der Apotheker weist Kunden und Patienten in die richtige Anwendung der Schnelltests ein und kann dadurch das Risiko für falsche Testergebnisse reduzieren. Außerdem klären die Arzneimittelexperten über die Einordnung von Testergebnissen auf. Damit leisten Apotheker einen unverzichtbaren Beitrag zum wohnortnahen Gesundheits- und Infektionsschutz. In dem Fall, dass der Test zu Hause positiv ausgefallen ist, sollten die Betroffenen umgehend das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren. 

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Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.800 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

(Bildmaterial: Symbolbild, Pixabay, Serdar_A)

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